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SOMMELIER'S CHOICE

Neuzugänge

Nico Espenschied - Sauvignon Blanc Hautnah 2018


Etikettentrinker verlieben sich noch vor dem ersten Schluck in Nico Espenschieds Sauvignon Blanc. Der verspielte, blauweiße Aufdruck lockt mit einem Versprechen von Himmel, den er hält. In der Nase entwickelt dieser atypische Sauvignon feucht fröhliche Erinnerungen an Landluft mit Brennesseln und einem Auszug von grünen Tee. Dazu saurer Apfel und geröstetes Schwarzbrot mit verführerischer Note von Stachelbeerblüten. Das ist vertraut und gleichzeitig faszinierend. Es spiegelt den rheinhessischen Ursprung des Weines wider, die ehrliche Arbeit, die in ihm steckt und seinen kreativen Werdegang, der die Handschrift eines Exoten trägt.


Nico Espenschied ist Sohn einer Winzerdynastie und lebt die New Generation Idee als „Winecaretaker“ wie kaum ein anderer. Dass er für eine andere Serie zeitweilen mit dem Berliner DJ und Kultproduzenten Fritz Kalkbrenner zusammenarbeitet und eine Fusion aus außergewöhnlichem Wein und besonderer Musik geschaffen hat, verleiht auch ihm eine Rockstar-Aura, die man dem ‚Hautnah 2018’ anmerkt. Espenschied traut sich seine Weine wachsen zu lassen, er „macht“ sie nicht. Bei ihm gibt es weder Schönheitsmittel, Fake oder Filtration, sondern eine schonende, naturbelassene Vinifikation und Weine, die aus der Masse herausstechen.


Sein Sauvignon Blanc Hautnah nimmt uns mit seinem süßherber Duft von getrocknetem Stroh, Kühlergrill und Kräutergarten mit in den Sonnenuntergang auf eine Reise. Die geschmackliche Landpartie führt unsern Gaumen nach Italien, wo Pinien ihre langen Schatten werfen und ein Hauch von salziger Meeresluft in der Nase kitzelt. Eine saftige, animalische Balance entwickelt sich. Da ist herrlich viel Würze und Komplexität, aber auch verspielte, frische Apfelblüte mit Limette und Holunder, Cassis-Samen und Kamille. Dieser Wein überzeugt durch Struktur, zarten Gerbstoff und feinstem Säurespiel. Er ist ein exquisiter Seelenkleber, bei dem sich Saibling und Jakobsmuschel ein High Five geben würden.


Fabian Fischer

 
www.indenzehnmorgen.de
 


In den Zehn Morgen - Riesling „Kahlenberg" 2019
 
Hätten Weine ein Adelsgeschlecht, müßte der Riesling Kahlenberg 2019 aus dem Bad Kreuznacher Weingut „In den Zehn Morgen“ mindestens ein Herzog sein. Der Stammbaum dieses jungen Edlen geht bis in die Renaissance zurück und er ist unbestritten (noch!) ein Geheimtipp. Angebaut auf Kies und Lehm in einer 1499 erstmals erwähnten Südlage in der historischen Weinstadt an der Nahe gilt der Newcomer aus dem Hause „In den Zehn Morgen“ bereits jetzt schon als Spitzenwein von – laut Riesling.de – „bemerkenswertem Niveau“.
 
Sonne prägt den Hauptcharakterzug dieses trockenen Riesling und alles, was Gelb ist: Südlagen, Curry, harmonische Säure, Sandstein, Selbstbewußtsein, Stroh. Im Hier & Jetzt braucht dieses Gewächs kein pompöses Framing, sondern morpht sich ein in laue Spätsommerabende. Er ist der perfekte Begleiter für die Gartenparty mit Freunden, Lampions und Teelichten. Ein Nachbar bringt Holzbänke und Tische vorbei. Jemand heizt den Grill an, ein anderer hat Teller und Gläser vom Dachboden geholt. Die Sonne geht gleich unter, die Stimmung ist easy, der Wein gekühlt.
 
Jetzt strahlt der „Riesling Kahlenberg“ im Glas und zeigt sich von seiner charmanten Seite: mineralisch, frisch mit einer Spur Kamille, Marille und Bad Kreuznacher Kalk in der Nase. Die moosige Säure, die Trockenheit, der Duft von Flieder, grünem Apfel und dem Abrieb einer herben Yuzu-Zitrone verleiht diesem Wein mit seiner brillanten Oberflächenspannung etwas Seidiges und Reifes. Das harmoniert mit hellem Fleisch, gegrilltem Gemüse, Süßwasserfischen, aber auch Sushi & Co.
 
Verantwortlich für diese Bereicherung im Weinregal ist der Kreuznacher Bio-Winzer Steffen Montigny mit seinen önologischen Weggefährten Stefan Schmidt und Stephan Pompejus. 2013 wandelte Montigny das alte Weingut „Ökonomierat August E. Anheuser“ in seiner Heimatstadt um. Er baute aus, bepflanzte neu und schuf große Weine mittels einer ökologisch zertifizierten Bewirtschaftung ohne den Einsatz von Herbiziden. Das alles tat und tut er mit großer Liebe und Leidenschaft zum Handwerk und einer Ausrichtung, die ganz klar auf Qualität abzielt.
 
 
 
 
Fabian Fischer